Montag, 21. April 2008

Alle Jahre wieder.....

.....feiert man auch in der Ukraine Ostern und dies passiert kommendes Wochenende, da es der julianische Kalender so haben will (aber nicht nur der Kirchenkalender allein, es hängt auch mit der Mondkonstellation zusammen und des Weiteren muss das orthodoxe Osterfest immer auf den Sonntag nach dem jüdischen Pessah Festes fallen, kompliziert, kompliziert....)

Bis auf den zeitlichen Unterschied bestehen zwischen dem römisch-katholischen und dem orthodoxen Osterfest eher geringe, der Osterhase fehlt halt hier, hätte aber hier aufgrund des Kiever Stadtverkehrs wenig Chancen aufs Überleben und außerdem kam Meister Lampe auch nicht im "Jesus Christ Superstar-Musikstück" vor und nur da wird die wahre Geschichte Jesus erzählt, frei nach dem Andrew Lloyd Webber - Evangelium.

Gestern auf jeden Fall Palmsonntag, das heißt Palmbuschenweihe in der St. Wladimirskathedrale und da war was los. Ich bin ja gar nicht in die Kirche hineingekommen vor lauter Aufregung, die die Ukrainer um mich herum hatten.



Die die es, so wie ich nicht schafften (oder einfach sich den ganzen Trubel nicht antun wollten (so wie ich eigentlich auch)) stellten sich um die Kirche herum



und ließen den Pfarrer erst zu seinem Mittagessen gehen, als er für sie Ehrenrunde um die Kirche herum machte und zwar in einer Geschwindigkeit (war es der Hunger, war es der Durst.....), die daran schuld war, dass ich die "Benny Hill" - Musik nicht und nicht aus meinem Kopf raus bekam.



So blieb noch Zeit, dass sich noch vor dem Mittagessen ein kleiner Spaziergang im nahe gelegenen Kiever botanischen Garten ausging, den ich vorher noch nie besucht hatte, da ich als bekennender Pollenallergiker unbedingt auf das Frühjahr warten wollte. Wenn sie mich fragen wie es wahr, so sage ich, dass ich mir wieder einen Besuch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen kann. Nicht weil es so unglaublich schön war



(obwohl ich schon irgendwann im letzten Jahr erwähnt habe wie grün Kiev noch teilweise ist und so eine riesengroße Parkanlage in einer Millionenstadt (und dies noch dazu mitten im Zentrum) sicherlich was Gutes hat) sondern weil ich darauf warten möchte, dass noch mehr blüht, was mich dann (+ zusätzlich triefender Nase) davon ablenken kann, dass manche Ukrainer noch nicht so genau wissen, was das ist, was sich Müllkübel nennt.



Sei's drum; jetzt ist bald Ostern und dass man am kommenden Osterwochenende auch einen anderen Jahrestag begeht verschweigt man lieber meint

Gert

Sonntag, 13. April 2008

Es dauert nicht mehr lang.....

.... bis kommenden Dienstag und die Heizperiode endet in Kiev, bevor sie Mitte Oktober wieder startet.

Wenn es mal nicht regnet und wieder kälter wird, dann hat man irgendwie das Gefühl, dass hier in Kiev der Frühling eingekehrt (vielleicht brachte auch George W. Bush den Frühling mit, bei seinem Besuch Ende März in Kiev....) und fleißige Hände säubern schon den Taras Schewtschenko - Park von Winterresten.



Auch der Gärtner, dem es ein Anliegen ist, jedes Blütenblatt dieses Parkes einzeln zu kennen, lässt es sich nicht nehmen, seinem grünen Daumen gerecht zu werden und mit sanftem Nachsetzen jedes Gewächs einzeln zu gießen.



Und die streunenden Hunden, denen ich auf meinem Weg zu meinem Arbeitsplatz jeden Tag begegne (und natürlich oft stundenlang mit ihnen spiele) genießen ihren wohlverdienten Schlaf.



Ein riesengroßer Vorteil besteht auch dahingehend, dass das Biertrinken im Freien, im Vergleich zu den vergangenen Monaten jetzt erheblich mehr Spaß macht und die Bierflasche nicht mehr an der Hand anfriert.



Der Wechsel der Jahreszeiten......wo eben noch Schnee war, beobachtet man jetzt wie Gras wächst, wo eben noch kahle Äste das Bild bestimmten, sieht man einzeln schon Blüten die irgendwann aufgehen werden und wo eben noch kniehohe Stiefel zarte ukrainische Frauenbeine bedeckten erkennt man langsam High Heels, die sich freuen wieder getragen zu werden.

Das "Wunder Natur", meint

Gert

Mittwoch, 2. April 2008

In den letzten Wochen.....

.....hat sich eine interessante Geschichte in der Ukraine entwickelt, die sehr gut das gesellschaftliche Bild dieses schönen Landes widerspiegelt, dass nämlich, sollte von UkrainerInnen etwas umgesetzt werden, immer bis zu einem Zeitpunkt gewartet wird, wo es nicht mehr fünf Minuten vor Zwölf (und ich sah auf die Uhr......(Achtung: Sommerzeit!)) ist sondern fünf Sekunden vor Zwölf und dann geht's rund!! Da hört man von links und rechts: "Katastrophe", "Katastrophe", "Wie kann man nur?", "Wer soll das machen?", " Was, bis zu diesem Zeitpunkt?", als ob die Welt untergehen würde (und ich sage nicht, dass Ukrainer faul sind, ich meine nur, sie gehen Dinge sehr sehr eigenartig an....). Diesen Gemütszustand mancher UkrainerInnen die ich kenne, habe ich schon so oft miterlebt, dass mich das nicht mehr beunruhigt (manche empfinden das als boshaft und fragen:"Wie kann man da nur ruhig bleiben?"....). Wenn man das aber das erste Mal miterlebt hat wird man nervös, weil man zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, dass eh immer alles irgendwie weitergeht....

Doch lesen sie selbst:

Die Ukrainer habe einen gewissen Nationalstolz. Das ist für ein knapp 17 Jahre altes Land durchaus gut zu heißen, denkt man daran von welch großem Land heraus sie (und viele andere auch) die Unabhängigkeit erklärt hat doch besteht noch immer (und wird immer bestehen) ein schwieriges Verhältnis, zum gröszten, aus der ehemaligen Sowjetunion hervorgegangenen Land, nämlich Russland. Speziell die Sprache machts aus und die Ukrainer sind (zumindest im westlichen Teil) unheimlich stolz auf ihr Ukrainisch und dies ist auch auf Verfassungsebene so vorgesehen:

Dies führte auch zu folgendem Umstand:

Es erkannte im Dezember 2007 das Verfassungsgericht der Ukraine die Verbreitung und Aufführung von ausländischen Filmen, die weder ukrainisch synchronisiert noch untertitelt sind, als gesetzeswidrig an.
Am 18. Jaenner 2008 verbot das Kulturministerium dem Kinematografiedienst die Erlaubnis zur Verbreitung und Aufführung von Filmen, die nicht auf ukrainisch synchronisiert oder untertitelt sind, zu erteilen (Achtung, nutzloses Wissen: Den ersten Film, den diese Regelung traf war "Asterix bei den Olympischen Spielen" letzten Jänner, deswegen kam dieser Film mit einiger Verspätung in die ukrainischen Kinos).

Die Folge:

36 Kinos in 18 Städten der Ukraine stellten ihre Arbeit am 27. Februar für einen Tag, als Zeichen des Protestes gegen die Entscheidung des Kulturministeriums die Vorführung von ausländischen Filmen mit russischer Übersetzung zu verbieten, ein (Nur mein Stammkino hat die Ruhe weg. Ein Mal in der Woche gibt es zu einer bestimmten Uhrzeit einen Film auf Englisch und die anderen sind teilweise auf Russisch, teilweise auf Ukrainisch).

Im Hintergrund sollte man, wenn man die oben stehenden Zeilen liest, immer haben, dass es sich hierbei um ein Gesetz handelt, das Jahre alt (so um 2004 beschlossen, also während der orangen Revolution und so kann man sehen, wie genau man sich an gesetzliche Vorgaben hält und diese auch umsetzt...) ist und nicht mal während der Zeit als Viktor Janukowitsch Ministerpräsident war (und der ist eher auf der pro - russischen Seite) irgendwie zu Gunsten der vorwiegend Russisch sprechenden Bevölkerung im Süden und Osten der Ukraine geändert wurde, weil er sich wahrscheinlich gedacht hat, dass da nie ein Hahn danach krähen werde. Doch jetzt wieder Frau Tymoschenko und die fährt da drüber.....

Es geschah also nichts und jetzt werden alle nervös und die Schreierei fängt an, denn die vorläufige Entwicklung lauft dahin, dass nicht nur Kinofilme sondern vielmehr auch russischsprachige (oder vielmehr nicht in ukrainischer Sprache moderierte) Sendungen im ukrainischen Kabelfernsehen ab März 2009 eingestellt werden müssen, wenn eine Bestimmung des ukrainischen Rundfunkrates in Kraft tritt. Die ukrainischen Kabel - Provider (deren Präsident von der Wiedereinfünhrung der Zensur spricht......) sollen alle Sendungen ausländischer Anbieter in die ukrainische Sprache übersetzen, was vor allem bei Livesendungen lustig sein dürfte. Fairerweise muss man dazusagen, dass bei vielen Filmen, die ins Russische oder Ukrainische synchronisiert wurden, es ungefähr so abläuft, dass ein Mann alle Männerrollen spricht und vielleicht auch Kinder (und zwar in einer Emotionslosigkeit, dass im Vergleich dazu, ein Bruno Gironcoli als Clubanimateur durchgeht) und wenig überraschend eine Frau alle Frauenrollen und vielleicht auch Kinder (und die auch in einem Temperament, wie die Stimme bei der Telephonzeitansage). Des Weiteren macht man sich auch nicht die Mühe die Originaltonspur abzuschalten sondern macht sie vielleicht ein bißchen leiser. Also dauert die Synchronisationsarbeit höchstwahrscheinlich genauso lang wie der Film. Effizient und günstig ist es, keine Frage.
Wie das bei Livesendungen zu handhaben sein wird, weiß man noch nicht. Mein Vorschlag, von der UNO ein paar Dolmetscher ausborgen, die werden das wohl schaffen!

Was macht man aber im vorliegenden Fall:

Auf dem von mir schon in einem vorhergehenden Beitrag gepriesenen ukrainischen Musikfernsehsender "M1" gibt es eine Frühstücksshow die nennt sich schlicht "Guten Morgen". Sehen sie selbst, Herr und Frau Stammleser:
http://m1.tv/ua/products/gut_morgen/

Jeden Werktag pünktlich zwei Minuten vor 8.00 Uhr Früh, werden auf eher nicht "Knoff Hoff Niveau" Experimente vorgeführt (die fast immer schief gehen) und dieser Teil der Morgenshow heißt: "Guten Experiment".

Die Aerobic - Fünf - Minuten (wo man gespannt beobachten kann, wie die Moderatorin in kurzem Kleid und mit kniehohen Stiefeln einfache Turnübungen mitvorführt) nennt sich "Hände Hoch"



und werden Kochrezepte vorgestellt, so geschieht das unter der Rubrik "Guten Appetit".



So, lieber ukrainischer Gesetzgeber, was machen wir da? Wir haben eine Sendung von einem ukrainischen Sender, in der nur ukrainisch gesprochen wird, wo ein paar Mal während der Sendung, die oben erwähnten deutschen Redewendungen vorkommen (und sogar am Bildschirm stehen)........geht das, geht das?

Wenn das kein Grund zur Anlassgesetzgebung ist, dann weiß ich auch nicht mehr meint

Gert

Donnerstag, 27. März 2008

Wenn man ein paar Tage....

.....in Österreich verbringt um Ostereier zu suchen, die der Osterhase versteckt hat (es war mir ein Volksfest Ukrainern zu erklären was der Osterhase ist und was er so macht.....) kommt man auch in den unglaublichen Genuss sich von lokalen Medien darüber informieren zu lassen, was die erst vor einem Jahr gewählte österreichische Bundesregierung für ein Kasperltheater in den letzten Wochen aufführte oder besser noch immer aufführt. Der positive Hintergrund für mich ist, dass ich mich nicht mehr so oft für ukrainische politische Gegebenheiten rechtfertigen muss, da man jetzt beginnt vor der eigenen Türe zu kehren aber sei's drum.

Information ist wichtig. So zB ist es auch mehr oder weniger wichtig, sich von der Ukraine via Internet aus über das gestrige freundschaftliche Länderspiel Oesterreich - Niederlande zu informieren, wo die Heimmannschaft das Unmögliche möglich machte, einen 3:0 Vorsprung in eine 3:4 Niederlage zu verwandeln. Herzliche Gratulation meine ich und alles Gute für die EM.

Auf eben dieser Internetseite (Seite des öst. Rundfunks, noch Fragen....) entdeckte ich zufällig auch in einem Bundesländerbeitrag noch folgenden Artikel über ein Thema, das ich eigentlich aussparen wollte aber was soll's!

Über 20 Jahre nach Tschernobyl!

Zahl der Schilddrüsenerkrankungen nimmt zu
Schilddrüsenkrebs und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse nehmen immer mehr zu:
In den letzten Jahren verdoppelte sich etwa die Zahl der Krebserkrankungen an dem empfindlichen Organ.
Ein Grund dafür sind die Nachwirkungen von Tschernobyl.

Folgender Grund (vermutet man):

Radioaktives Jod durch Tschernobyl
Einerseits erkenne man Karzinome heute früher, andererseits sei bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 radioaktives Jod zu uns gelangt, so Wolf (Anm.: Schilddrüsenspezialist eines Landeskrankenhauses): "Die Personen, die damals Kinder waren, etwa fünf bis zehn Jahre alt, im Freien waren, sind leider mit diesem radioaktiven Jod in Kontakt bekommen, und es hat sich erwiesen, dass diese Personen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr vermehrt an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind."


Komischerweise passierte das nur in einem österreichischen Bundesland.....ich komme aus einem anderen und ich kann mich noch gut erinnern, wie man nervös beim ersten Regentropfen Ende April 1986 herumlief um die Fenster zu schließen und die große Schulterklopferei begann, wie froh man doch sei, dass man Mitte der 70er Jahre ein (schon fertig gebautes und bezahltes) Atomkraftwerk in Österreich mittels Volksabstimmung ablehnte. Kurze Zeit vor dem Reaktorunglück besetzte man auch eine Auenlandschaft außerhalb Wiens um zu verhindern, dass man in dieser Gegend Wasserkraftwerke baut und ein späterer Mitbegründer der "Grünen" in Österreich setzte sich ein Hirschgeweih auf und gröhlte herum (nobelpreisverdaechtig).

Was habe wir alles daraus gelernt? Richtig, der Strom kommt aus der Steckdose!!!
Und weiter? Ach ja, Österreich kauft auch Strom aus dem Ausland ein!!
Und was noch? Und in diesem eingekauften Strom ist auch Atomstrom dabei und man tut sich schwer das Gegenteil zu beweisen!

Tschernobyl hin oder her, es gibt wesentlich angenehmere Dinge, die mit den 80er Jahren in Verbindung zu bringen sind (so zB heiratet Prinz Charles seine Lady Di (oder war das der eigentliche SuperGAU?)) aber wie schon einmal erwähnt, wir halten uns an Falco und sagen, wer sich an die 80er Jahre erinnern kann, hat sie nicht erlebt.

Ich behaupte, dass ich eigentlich nie daran denke, dass Kiev südlich von Tschernobyl liegt. Was soll ich denn sagen, wenn ich am Markt einkaufe oder essen gehe? Soll ich da immer Fragen:"Fräulein, das Gemüse kommt doch nicht etwa 80 Kilometer nördlich von Kiev"?

Ich halte mich lieber an folgende Anfrage meint

Gert

Frage an Radio Eriwan: "Darf ich jetzt wieder Äpfel aus Tschernobyl essen?" Antwort: "Im Prinzip ja. Aber die Kerne müssen Sie danach in einem Bleifass vergraben."

Sonntag, 16. März 2008

Wo Save und Donau zusammenfließen - Teil 2

Nichts blieb vom anfänglichen Sonnenschein, Regenwolken zogen auf und es wurde ungemütlich in Belgrad. Was liegt in solch einem Augenblick näher als einen Spaziergang durch die Belgrader Innenstadt zu unternehmen, der bei der Kathedrale des heiligen Sava anfing:



Laut Wikipedia gehört dieses Gotteshaus zu eines der größten seiner Art weltweit und ist, wie der Name verrät, dem ersten serbischen Erzbischof und Nationalheiligen Serbiens, dem heiligen Sava (1175-1236), geweiht. Baubeginn war 1935 doch wurde dieser durch einen mehrjährigen Krieg kurze Zeit später unterbrochen, gefolgt von zahlreich weiteren Problemen in den nächsten Jahrzehnten, sodass erst 1989(!) die Kuppel fertiggestellt wurde und 2004 die offizielle Einweihung dieses imposanten Gebäudes war. Weniger imposant ist hingegen noch die Innenausstattung:



Wie schon gestern kurz beschrieben liegt im nordwestlichen Teil von Belgrad die Festung, die Kalemegdan, die zu ihrer Anfangszeit ein römisches Legionaerslager darstellte.
Hier der größte Teil der Festung mit dem dezenten Hinweis auf das Waffenmuseum.



Hier der Richtung Save gelegene Teil (und für alle die auf die Antwort auf den Cliffhanger von gestern warten, ja am Ende dieser Stufen bin ich ausgerutscht.)



Am nächsten Tag ging der Rückflug zeitig in der Früh und wenn man im Hotel etwas vergißt, genießt man die Fahrt zum Flughafen gleich doppelt. Richtig gefreut hat sich aber mein Taxifahrer, nicht nur über das saftige Trinkgeld sondern auch darüber, dass er sein Auto auf Rallytauglichkeit testen konnte.
Und da glaubt man, da ist man schon zu spät nur um dann noch im Flugzeug am Abflughafen 40 Minuten zu warten, da der Pilot irgendwas von Überlastung im Flugraum sprach doch schlußendlich gelang es dann doch.
Und so sieht es aus, wenn man bei der Wiedereinreise am Flughafen Kiev/ Boryspol auf die Passkontrolle wartet.



Hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, dass mein Gepäck nicht in der Maschine war, mit der ich gerade gekommen bin und erst spät in der Nacht in Kiev sein wird, ich irgendwo irgendwann an diesem Ankunftstag was gegessen habe, wofür mein Koerper sich die ganze Nacht bedanken wird und deswegen am nächsten Tag mein Frühstueck, Mittag und Abendessen aus zwei 0,5 Literflaschen Coca Cola bestehen wird und dass die Marschrutkabusfahrer streiken werden, hätte ich mich vielleicht etwas mehr gärgert aber so war es nur ganz entspannter Groll, dass da nichts weitergeht bei der ukrainischen Passkontrolle meint

Gert

Samstag, 15. März 2008

Wo Save und Donau zusammenfließen - Teil 1

Wenn Julia Timoschenko die Ukraine, sie erinnern sich, das ist das Land mit den Vereinsfarben, blau und gelb, wie man zum Beispiel hier sehen kannn:



für ein paar Tage verläßt, heißt das nicht gleich, dass auch ich die Ukraine verlassen soll oder muss aber es hindert mich auch fast niemand daran. Entschied sich Frau Julia für Brüssel, wählte ich eine andere Stadt mit B., denn wenn es in Kiev allmählich bei 10 Grad plus hat, beginnt man zu überlegen, wie schön es doch im Süden sein sollte, noch freundlicher und wärmer, bestimmt Badewetter!

Sehen sie, was für ein Zufall, genau das Gleiche überlegte ich mir auch letztes Wochenende und entschied mich einen kleinen Abstecher Richtung Frühling zu machen, in den sonnigen Süden, also nach B. wie Belgrad (auf serbisch "Beograd" und wenn man ganz gescheit sein will, sagt man "Weissenburg"), wohin denn sonst bitte (ich verpasste zwar so die Feierlichkeiten zum 194. Geburtstag vom ukrainischen Nationalschriftsteller Taras Schewtschenko aber ich denke er wird mir nicht böse sein)

Der pittoreske Blick aus meinem Hotelzimmer vereinnahmte mich sofort und ich kam stundenlang davon nicht weg, nur das Meer, wie im Prospekt versprochen, sah ich nicht....



Belgrad und Serbien generell für einen Österreicher (aber natürlich auch für eine Österreicherin) sehr interessant, sie verstehen: Habsburger und so, Österreichisch - Ungarische Monarchie, Andreas Goldberger......und außerdem hat die Stadt mehr zu bieten als eine brennende US Botschaft und Massenproteste gegen die Kosovo Abgliederung.....



Durch Glasscheiben zu photographieren ist besonders lustig aber trotzdem...ganz links der Zusammenfluß von Save und Donau und rechts die Belgrader Festung, die Kalemegdan, die durch Prinz Eugen 1717 erobert wurde, indem er sie unerwarteterweise nicht von Land, sondern vom Wasser aus angriff. Dieser Sieg ist im Lied Prinz Eugen der edle Ritter verewigt und durch diese Festungseinnahme war es auch möglich, dass Österreich um das nördliche Serbien vergrößert wurde. Somit gehörte Belgrad von 1718 bis 1739 den Habsburgern.


Blick Richtung Zentrum von Belgrad



Aber von weiteren Erlebnissen morgen mehr und schalten sie wieder ihren Computer wieder ein, suchen sie "gertinkiev" (falls das noch nicht ihre Startseite ist, Sünder!) und lesen sie, dass man nicht bei Regenwetter mit dem Telephon in der linken Hand und dem Photoapparat in der rechten, rutschige Stufen unachtsam hinunter gehen soll meint

Gert

Sonntag, 9. März 2008

Intellectual Ethno System - Haydamaky

Endlich!



Seit Monaten warte ich darauf, letzten Freitag war es dann so weit, die Musikgruppe "Haydamaky" trat in Kiev auf und live sind die sehr sehr gut......In der Ukraine gibt es ja hie und da gute Musik (oder was ich dafür halte....) auch und speziell die Musikgruppe "Haydamaky" hör ich, seitdem ich hier bin, besonders gern. Wie ich dazu gekommen bin? Nun, wenn ich das große Glück habe schon um acht Uhr abends zu Hause zu sein und mich dem Abendessen widme (oder eigentlich Essen generell) dann ist musikalische Untermalung nie schlecht und auf dem ukrainischen Musiksender "M1" gibt es von 20.00 Uhr bis 21.00 Uhr jeden Abend die Chartshow "M20". Durch die Sendung führt diese Moderatorin (meine Salome Pockerl):


(Ich entschuldige mich für das Photo. So viel hat sie in ihrer Sendung eigentlich nie an!)

So, neben dem typischen 0815 Geplänkel, wo die jeweiligen Sängerinnen der einzige Grund sind, warum ich mir das antu, sah ich vor Monaten eben die Musikgruppe "Haydamaky" ebenfalls einmal in dieser Chartshow, obwohl ihre Musik sehr speziell ist und im Radio hab ich sie bisher auch nur ganz selten gehört.

Gegründet wurde "Haydamaky“ im Jahr 1991, kurz nach der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine und tingelte damals unter dem Namen "Aktus“ durch die ukrainische Untergrundmusikszene und vereinte eine Mischung aus Reagge, Ska und Punk, gemixt mit ukrainischer Folklormusik und gerade diese Mischung macht sie auch heute mehr denn je zu einer der interessantesten ukrainischen Musikgruppen, die schon zu ihren Anfangszeiten auch durch Westeuropa tourte.

So gelang es „Aktus“ im Jahr 2001 einen Plattendeal bei EMI Records zu erhalten (obwohl heute einige weltweit bekannte Musikgruppen EMI Records verlassen wollen (auf Grund des eigenwilligen Führungsstils des Managements) war und ist der Vertragsdeal für eine ukrainische Musikgruppe sehr besonders). Um die Verbundenheit zu ihren ukrainischen Wurzeln noch mehr zu verdeutlichen, nannten sie sich von "Aktus“ auf "Haydamaky“ um, in Gedenken an die Haydamaky Revolution im 18. Jahrhundert in der Ukraine. Haydamaken nannte man die Bauern und Kosaken im ukrainischen Bauernaufstand gegen die Feudalherrschaft.

Seit Jahren macht diese Gruppe Musik der feinsten Art und wenn man die Möglichkeit hat, sie zu hören, dann unbedingt meint

Gert

PS: Derjenige Stammleser, der eine Kostprobe von "Haydamaky" hören bzw sehen möchte verwende folgende Adresse:
http://www.haydamaky.com/en/media.php

und sehe zum Beispiel: "Chotyry Dvory"!