Mittwoch, 17. September 2008

Was ich an der Ukraine......

......(sie kennen vielleicht dieses Land, richtig mit den blau gelben Nationalfarben



.....hier mit einem Bild aus Sommertagen aber dazu gleich mehr..) so immens liebe sind die Uebergangszeiten zwischen den heiszen und den kaelteren Monaten, die sich - man kann fast sagen- oft nur ueber einen ganzen Nachmittag hinziehen. Schimpfte ich noch in den letzten Monaten darueber keine Klimaanlage in meinem Apartment zu haben, ruft der in der Naehe sich befindende Supermarkt (halt, stopp; Supermarkt kann man in der Ukraine nicht sagen. Die vornehme, stille, zurueckhaltende Art die viele Ukrainer an den Tag legen (man soll am besten all seinen (mehr oder weniger) Reichtum allen zeigen aber wirklich allen, die es nur ansatzweise interessieren koennte (und sollte)....) gebietet es folgende Woerter anstatt fuer Supermaerkte oder Einkaufszentren an den Tag zu legen: "Hypermarkt" oder "Epizentrum". Ich halte es da um ein vielfaches kleiner und gehe nur in den in der Naehe liegenden "Megamarkt" einkaufen, und eben dieser hat bei mir sich gemeldet.....) bei mir an und fragt, da sein Kuehllager momentan aus allen Naehten platzt, ob er nicht mein Apartment als Teillager anmieten koennte, weil es momentan eine solch schoene kalte Temperatur hat.

In einer solchen Uebergangszeit ist jeder erkaletet den ich kenne (vielleicht deswegen ich auch und gerade in meinem Alter ist ja jede kleinste Krankheit ein Schritt Richtung Grab...) und das dumme ist, dass die Heizperiode erst in gut einem Monat anfaengt.....was da hilft ist, dass einem die Vermieterin einen kleinen Radiator in das Apartment stellt. Der war schon immer da, also brauchte ich mich nicht bei ihr melden um mit den Worten: "Weneedtofixit!" mein Verlangen kundzutun. Die beste aller Vermieterinnen (die ja noch eine der wenigen ist, die mit mir anstandslos Englisch spricht (andere nur auf Russisch oder Ukrainisch nur um mich dann sprachlos zu sehen...) hat da wie es scheint schon mitgedacht.

Worauf sie nicht gedacht hat ist, dass wenn ich fuer ein paar Tage die Ukraine verlasse ich nach der Rueckkehr bemerken werde, dass mein Kuehlschrank um ein paar Sachen leerer sein wird (wer hat von meinem Tellerchen (wobei in einem solchen Fall die Antwort: Der Stanscheiszer Karl angbracht waere...aber versuchen sie dieses alte schoene Spiel in der Ukraine jemanden zu erklaeren...).

Worauf sie aber auch nicht gedacht hat ist, dass wenn man von der Ukraine ausreist um in einen Schengenstaat einzureisen, dafuer ein Visum braucht.

Obwohl sie brav unterwegs ist (ich glaube die war schon oefters in den USA als ich...) kommt sie mit den Reisen nach Europa nicht so ganz klar. Obwohl ihr Zielland nicht Oesterreich ist (oder besser: sein wird) bat sie mich um ein Schengen Visum von der oesterreichischen Botschaft und in solchen Momenten weisz man nicht ob man lachen oder weinen soll.

Wobei ich mir sage, warum soll sie die naechsten Tage in Westeuropa verbringen wenn es doch hier in Kiev laut Wetterbericht bis Mitte naechster Woche so schoen sein wird meint

Gert

Montag, 1. September 2008

Nie mehr Schule...

.....keine Schule mehr....konnte ich singen.....vor Jahrzehnten, da waren manche von den Stammlesern noch gar nicht auf der Welt... und wenn auch nicht alle (und ich vermute stark eigentlich niemand) dieses schoene Falco-Lied ("...willst du Vaters Lob sein Auto dazu Sprit, dann mach in der Schule mit...") in der Ukraine (sie kennen vielleicht dieses Land, richtig....das Land mit den



blau - gelben Nationalfarben) nicht kennen (Falco wird aber als talentiert bezeichnet und wenn ich sage, dass dieser von Gott gesannte Musiker leider vor ein paar Jahren ums Leben kam (mit Traenen in den Augen) dann beruehrt das hier niemanden...) dann haben dies sich ein paar Schueler (und ..innen) vor genau drei Monaten auch gedacht, denn solange dauerten jetzt die Schulferien im Sommer. Eben diese endeten heute mit dem "Tag des Wissens" (1. Tag der Schule im neuen Schuljahr und auch die Universitaeten begannen heute wieder offiziell ihr Unterrichtsjahr).

Die ganze Stadt war heute in der Frueh voll von Erstklaesslern (und solchen die es einmal waren) die frohen Mutes der naechsten Zeit entgegensehen. Alle festlich gekleidet, wobei das hier auch unter dem Schuljahr ueblich ist (zumindest bei vielen ist es so, dass ein Anzug bzw ein Kleid die meiste Zeit auch unter dem Schuljahr getragen wird).





Bitte hier zu beachten, die Schuelerin mit der weiszen Kette um den Hals, die sich wahrscheinlich just in dem Moment als ich auf den Ausloeser drueckte dachte: "Was will denn der da? Ist das so ein dummer Auslaender, der Photos fuer seinen Webblog schieszt? Ich ruf gleich meinen Papa!".

Im naechsten Bild loeste sich aber alles wieder in Wohlwollen auf,



zumindest habe ich mir das eingeredet.

Gesungen wurde (waehrend des Eroeffnungseils wo ich dabei war) nichts wobei ich mir gedacht habe, dass zumindest dieser eine Hit angestimmt wird (und ich meine nicht "Anton aus Tirol"), den man vor ca einer Woche (am ukrainischen Unabhaengigkeitstag, 24. August) gerne gehoert hat. Bitte lesen sie selbst:

Ukrainische Nationalhymne

Land:
Ukraine

Titel:
Ще не вмерла України (deutsch:"Noch sind der Ukraine Ruhm und Freiheit nicht gestorben")

Text:
Pawlo Platonowytsch Tschubynskyj (1862)

Komponist:
Michailo Werbyzkyj (1865)

Nationalhymne seit:
2003

Ще не вмерла України і слава, і воля,

Ще нам, браття молодії, усміхнеться доля.
Згинуть наші воріженьки, як роса на сонці.
Запануєм і ми, браття, у своїй сторонці.

Душу й тіло ми положим за нашу свободу,
І покажем, що ми, браття, козацького роду.

Noch sind der Ukraine Ruhm und Freiheit nicht gestorben,
noch wird uns lächeln, junge Brüder, das Schicksal.
Verschwinden werden unsere Feinde wie Tau in der Sonne,
und auch wir, Brüder, werden Herren im eigenen Land sein.

Leib und Seele geben wir für unsere Freiheit,
und bezeugen, dass unsere Herkunft die Kosakenbrüderschaft ist


Die Kosakenbruderschaft.....das waren noch Zeiten meint

Gert

Mittwoch, 13. August 2008

Hot Town - Summer in the City - Teil VI

Hier noch weitere Bilder vom Schiffsausflug:







Besonders beliebt ist diese Fahrt bei Ukrainern (und vor allem ...innen) am Abend, so gegen neun Uhr zB am Samstag denn dann verwandelt sich das Boot in eine grosze Discothèque und da gilt es sich auch besonders darauf vorzubereiten. Ich empfehle den uralten ukrainischen Trick, den Nachmittag mit Bier und Wodka (und dazwischen sollte man auch irgendwas essen) zu verbringen. Somit ist gewaehrleistet, dass man sich Stunden spaeter bei Scorpions "Wind of Change" nicht versingt.

Mehr als zwei Photos





sind mir leider (oder besser: Gott sei Dank) nicht gelungen (wobei auch “gelungen“ uebertrieben ist...) meint

Gert

Dienstag, 12. August 2008

Hot Town - Summer in the City - Teil V

Habe ich schon erwaehnt, dass noch immer Hochsommer in der Ukraine ist? Da haette Rudi Carrell eine Freude gehabt aber leider erlebt er dies nicht mehr, ewig schade.....

Was man so tun kann bei einer (Durchschnitts)Tagestemperatur von 30 Grad (zugegeben dies ist schlecht geschaetzt aber kommen sie mal am Abend in mein Apartment nach einem Tag geschlossener Fenster (traurig aber war, da bleibt alles zu denn offen lassen wuerde ich nichts nach dem Einbruch (da war doch was...) vor genau einem Jahr auch wenn das in einer anderen Wohnung war. Wenn sie jetzt denken, man koennte doch die Fenster wenigstens kippen, dann sage ich nein, nicht mal das geht denn darauf wuerde die Alarmanlage (.....die seit den drei Fehlalarmen in den letzten Wochen meiner Meinung nach ein Eigenleben fuehrt; ich komm mir vor wie ein Astronaut in Kubricks "2001 Odyssee im Weltraum" seitdem ich meine Alarmanlage auch "HAL 9000" getauft habe und nicht nur wegen dem roten Sensorenlicht, das mich schier ueberall hin verfolgt. Da passieren unglaubliche Szenen, das kann ich ihnen sagen. Wie endete der Film doch gleich, hm......das koennen noch lustige Wochen werden) allergisch reagieren.

Fakt ist, ich komm mir vor ich bin am Mittelmeer aber es ist doch nur ein Flusz der ausreichen muss um baden zu gehen, wie sie schon gelesen haben.
Eine andere Freizeitunterhaltung die auch angeboten, wenn sie das auch interessiert (aber haben sie eine Wahl?) ist ein Schiffsausflug.












Der Eintritt ist famos, 45 UAH, entspricht ca EUR 6.- und ich habe schon wegen kleineren Dingen ein Handgemenge angezettelt aber man beruhigt sich wieder je laenger die Fahrt andauert und je laenger die russisch sprechende monotone Stimme (die einem erklaert was man gerade sieht) auf dich einredet; insgesamt ist man fast 2 Stunden unterwegs und die sind recht unterhaltsam meint

Gert

Mittwoch, 6. August 2008

Hot Town - Summer in the City Teil IV

Kiev verfuegt nicht nur ueber einen Strand, nein nein nein. Da hat man nicht am falschen Fleck gespart sondern eher kraeftig zugelangt wie man gleich sehen wird. Aber zuerst quaelen wir uns bei einer Affenhitze den Kreschtschatik Boulevard rauf Richtung gleichnamigen Park und finden uns beim Aluminiumbogen ein, gehen dann ganz bis zum Ende der Aussichtsplattform um folgendes zu erkennen:



Und wie kommen wir da rueber?
Aha!



Da hat die Stadt kraeftig ausgegeben und eine Fuszgaengerbruecke gebaut. Der Abstieg vom Kreschtschatik Park zu dieser Bruecke koennte durchaus schoener sein aber der Weg ist das Ziel und ploetzlich ist man fast schon da. Dass diese Bruecke nur fuer Fussgaenger gedacht ist, spielt sich in der Realitaet nicht so ganz wieder doch wenigstens fahren hier die Autos nicht so schnell wie sonst auf den breiten Gehsteigen in dieser schoenen Stadt.



So und dann sind wir schon am Strand,



der auf der Insel mit dem schoenen und leicht zu merkenden Namen "Trukhaniv Ostriv" (also nicht so schwer wie zB "Hydropark") lautet und man genieszt die Aussicht.... Hier ist meistens (Gott sei Dank) nicht so viel los, wie im Hydropark. Die kleinen Standeln mit Bier und Essen fehlen zwar doch dafuer ist es ruhiger und meistens sauberer.



Und was man sonst noch machen kann, wenn man schon in einer Stadt an einem Flusz lebt, lesen sie das naechste Mal im Rahmen meiner Einfuehrungsvorlesung meint

Gert

Dienstag, 5. August 2008

Hot Town - Summer in the City Teil III

So, haben sie ihre Badesachen schon an? Nein, einverstanden (Frauen ausgenommen). Dies sollten sie auch nicht wenn sie zB ihr Apartment oder (nachdem sie an der Rezeption des teuren Hotels ihres Vertrauens gefragt haben, wie weit es denn zum Strand sei) unter schallendem Gelaechter ihr Hotel verlassen haben. Doch es gibt ihn,"the beach", keine Angst nur muss man ein biszchen U-Bahn oder Auto fahren um zu diesem zu gelangen (zumindest wenn man dorthin will). Aufgepaszt, es geht in den Hydropark, allerorts beliebt und immer wieder ein Erlebnis! Dieser liegt auf einer kleinen Insel im Dnjepr und ist leicht zu erreichen, wenn man vom Zentrum aus Richtung Osten faehrt und die Metrobruecke nimmt.

Wer es romatischer mag und gegen saemtliche Krankheiten, die es momentan auf unserer schoenen Erde so gibt geimpft ist, dem sei dieses Plaetzchen empfohlen. Man muss sich einfach nur die Muellberge wegdenken, dann erkennt man die wahre Schoenheit (oder vielleicht ist es gerade der Muell....).



Wer sich gern inmitten eines romatischen Spazierganges durch Gestrueb zwaengt, der kommt auch auf seine Rechnung (siehe oben Impfungen).



Wer gern betrunkene Ukrainer um sich hat (aber dafuer einen um einiges saubereren Sandstrand) dem sei der Weg zu diesem Teil empfohlen.





Auf das leibliche Wohl hat man natuerlich auch nicht vergessen, es gibt Bier an jedem Stand und meine Guete, wer Hunger hat (nicht auf Bier, sofern es das gibt...), der wird hier auch satt.



Und wer es nicht so gern hat, wenn er mit kleiner Schaufel und Sandkuebel bewaffnet sich mit der U-Bahn zum ersehnten Ziel durchzukaempfen hat sondern lieber sich zu Fusz auf den Weg macht (weil er oder sie dies auch von Italienurlauben gewohnt ist), der lese mit Ehrfurcht den naechsten Eintrag dieser kleinen Sommerreihe ihres Lieblingsblogs meint

Gert

Montag, 4. August 2008

Hot Town - Summer in the City Teil II

So, wo waren wir? Teure Hotels in Kiev und....ach ja wir wollten ja ...pack die Badehose ein.... baden gehen und da gibt es in Kiev, bei der seit Wochen anhaltenden 30 Grad Mindesttagestemperatur, grundsaetzlich die Moeglichkeit sich nicht nur zu Hause die Haende zu waschen sondern (die Spannung steigt) dies auch an einem kleinen Flusz, der durch Kiev, flieszt zu tun, naemlich am Dnjepr und damit sie morgen nicht nur kraftvoll zubeiszen sondern auch kraeftig angeben koennen, was sie ueber den drittlaengsten Flusz Europas (wobei die Ukraine in manchen Aufzaehlungen nicht mehr zu Europa gezaehlt wird) so wissen, lesen sie bitte die naechsten Zeilen mit besonderer Aufmerksamkeit:

Wie schon erwaehnt ist der Dnjepr der drittlaengste Flusz Europas (hinter der Wolga und der Donau) mit einer Laenge von insgesamt 2200 Kilometer. Seinen Ursprung findet der Flusz in Russland in den Smolnsker Hoehlen, ca 200 Kilometer westlich von Moskau; der Dnjepr flieszt dann nach Weiszrussland und durchquert schlieszlich die Ukraine von Norden nach Sueden bevor er ins schwarze Meer muendet.



Die wirtschaftliche Bedeutung des Dnjeprs geht nicht nur dahin, dass sich andere Groszstaedte an diesem Flusz angesiedelt haben und der Flusz aus diesem Grund auch fuer Industriezwecke genutzt wird (ueber die daraus entstehende Verschmutzung des Flusses breite ich lieber den Mantel des Schweigens) sondern darueberhinaus, dass der Dnjepr an zahlreichen Stellen aufgestaut wird um daraus Energie zu gewinnen, wie zB noerdlich von Kiev, der Kiever Stausee, der eine Flaeche von fast 1000 Quadratkilometer aufweist und teilweise bis zu 20 Kilometer breit ist. Gespeist wird dieser Stausee durch zahlreiche Zufluesse, wie etwa dem Prypjat, der von Weiszrussland kommend durch eine kleine Stadt, die 80 Kilometer noerdlich von Kiev liegt und den Namen Tschernobyl traegt. Trauriges Schicksal des "Kiever Meeres" (wie der Stausee noerdlich der ukrainischen Hauptstadt auch genannt wird) ist, dass in diesem so ziemlich alles verseucht ist. So...und aus diesem Stausee entwickelt sich dann der Dnjepr der durch Kiev flieszt und dann so aussieht:







Wie das mit dem Baden in diesem Flusz wirklich ist (in einem um die Idee leicht radioaktiv verschmutzten Flusz), erfahren sie in der naechsten Sommerausgabe dieses von der chinesischen Regierung noch immer nicht freigeschalteten Blogs meint

Gert